Unsere verzweifelten Bitten an die Bekanntschaft, uns zu helfen im Taunus bessere Gastronomie zu identifizieren mündeten immer öfter in Fingerzeigen auf den Gasthof zur Peif in Idstein. Selbigen besuchten wir im Frühjahr mit Gästen aus Australien (auf der Suche nach authentischem "German food"). Man versprach uns exzellente Speisen mit einem leichten orientalischen Hauch denn der Koch des Hauses stamme vom Indischen Subkontinent.
Der Gasthof ist verhältnismässig klein, man sollte also in jedem Fall reservieren und keine Klaustrophobie mitbringen. Das Menü ist überschaubar und besteht aus endlosen Variationen der lokal geschätzten Schnitzel. Keine ambitionierten Überraschungen.
Die Speisen waren einfach. Leider.
Von einem Koch, dessen kulinarische Kultur solch feine Genüsse produziert wie ein Rogan Josh oder ein exzellentes Chicken Biryani oder auch nur ein mildes Naan hatten wir mehr Gaumenkitzel erwartet als mal wieder irgendwelches gebratene Zeugs.
To the chef: Namaste my friend, we are assuming you are held here against your will and are forced to cook this food against the most basic rules of what your culture has taught you. We apologize for the lack of taste of the locals. Bear with us. There are going to be better days! Should you ever want to cook something decent, make sure we are on your guest list!
Von uns leider nur 1 von 5 Punkten (do not take this personally!)
Donnerstag, 10. Juni 2010
Restaurant St. Georg, Camberg
In einem Reiterhof im Kurort Bad Camberg liegt das Restaurant St. Georg, welches wir zwar mehrfach gesehen, nie jedoch besucht haben. Unsere Hoffnungen an einem heissen Sommertag richteten sich auf einen charmanten Biergarten mit gepflegtem Bier, einer kühlenden Brise und einem erfreulichen Abendessen. Wir hatten nicht allzu hohe Erwartungen (Taunus und feines Kochen scheinen sich auszuschliessen), wurden aber zunächst positiv überrascht von einer sehr geschmackvoll situierten Anlage mit wundervollem Ausblick auf einen Reitparcours und den goldenen Grund.
Als Speisen wählte ich eine Tomatencreme zur Vorspeise, sowie ein Pfefferrahmschnitzel zum Hauptgericht. Die Tomatencreme war nicht ungewöhnlich, vermutlich aus einer Vorfertigung entnommen, das Pfefferrahmschnitzel sicher auch nicht handgemacht aber dennoch nicht schlecht.
Wirklich herausragend jedoch war der exzellente Service unseres jungen Obers, der keine Gelegenheit unversucht liess, unser Wohlbefinden zu steigern. Der junge Mann gehört in ein erstklassiges Haus in Wiesbaden oder Frankfurt!
Generell lässt sich sagen: eine positive Überraschung, einfache, unprätentiöse Küche. Nichts besonderes aber sehr charmant gelegen und definitiv einen Besuch wert und sei es nur für ein kühles Bierchen.
Von uns 2 von 5 Punkten!
Als Speisen wählte ich eine Tomatencreme zur Vorspeise, sowie ein Pfefferrahmschnitzel zum Hauptgericht. Die Tomatencreme war nicht ungewöhnlich, vermutlich aus einer Vorfertigung entnommen, das Pfefferrahmschnitzel sicher auch nicht handgemacht aber dennoch nicht schlecht.
Wirklich herausragend jedoch war der exzellente Service unseres jungen Obers, der keine Gelegenheit unversucht liess, unser Wohlbefinden zu steigern. Der junge Mann gehört in ein erstklassiges Haus in Wiesbaden oder Frankfurt!
Generell lässt sich sagen: eine positive Überraschung, einfache, unprätentiöse Küche. Nichts besonderes aber sehr charmant gelegen und definitiv einen Besuch wert und sei es nur für ein kühles Bierchen.
Von uns 2 von 5 Punkten!
Gasthaus Limbacher, Herrieden
Wir waren mit Gästen kürzlich im Fränkischen unterwegs und stiessen dank der zuverlässigen Empfehlung des Varta Guide auf das Gasthaus Limbacher in Herrieden.
Eigentlich oder besser gesagt, leider, liegt Herrieden ja reichlich weit weg vom Taunus und gehört insofern nicht in dieses Blog. Waren wir zufrieden? Nein, wir waren begeistert, sozusagen sprachlos! Das Gasthaus Limbacher wurde an diesem Abend von Paul Limbacher ohne fremde Hilfe betreut, sowohl die Speisenpräparation, der Getränkeausschank wie die komplette Bewirtung in Hand eines einzelnen Fränkischen Wirbelwindes. Als Speise wählte ich die gefüllte Fränkische Freilandgans sowie als Vorspeise die Maronensuppe mit Trüffelöl.
Beides wurde nicht nur perfekt temperiert serviert, besonders das Gänschen mundete so, als ob es zeitlebens ein wundervoll erfülltes Leben hatte. Die Haut knusprig, das Fleisch zart und von bezaubernden Aroma.
So, liebe Taunus-Hessen kocht man! Hochambitioniert und mit exzellenten Zutaten. Nicht zu "fancy" sondern ehrliche, bodenstaendige und erstklassige Kueche. Mein instaendiges Bitten an Paul Limbacher, ueber einen Wohnsitzwechsel nach Hessen nachzudenken haben leider nicht geholfen. Ich hoffe jedoch, dass eines Tages ein Koch aus dem Taunus sich hierher verirrt und versucht so etwas zu imitieren.
Verglichen mit Limbachers Kueche ist die bessere Gastronomie im Taunus (Wiesbaden und Frankfurt ausgenommen) eine Pommesbraterei!
Fuer hervorragende Leistung nicht weniger als 5 von 5 Punkten!
Eigentlich oder besser gesagt, leider, liegt Herrieden ja reichlich weit weg vom Taunus und gehört insofern nicht in dieses Blog. Waren wir zufrieden? Nein, wir waren begeistert, sozusagen sprachlos! Das Gasthaus Limbacher wurde an diesem Abend von Paul Limbacher ohne fremde Hilfe betreut, sowohl die Speisenpräparation, der Getränkeausschank wie die komplette Bewirtung in Hand eines einzelnen Fränkischen Wirbelwindes. Als Speise wählte ich die gefüllte Fränkische Freilandgans sowie als Vorspeise die Maronensuppe mit Trüffelöl.
Beides wurde nicht nur perfekt temperiert serviert, besonders das Gänschen mundete so, als ob es zeitlebens ein wundervoll erfülltes Leben hatte. Die Haut knusprig, das Fleisch zart und von bezaubernden Aroma.
So, liebe Taunus-Hessen kocht man! Hochambitioniert und mit exzellenten Zutaten. Nicht zu "fancy" sondern ehrliche, bodenstaendige und erstklassige Kueche. Mein instaendiges Bitten an Paul Limbacher, ueber einen Wohnsitzwechsel nach Hessen nachzudenken haben leider nicht geholfen. Ich hoffe jedoch, dass eines Tages ein Koch aus dem Taunus sich hierher verirrt und versucht so etwas zu imitieren.
Verglichen mit Limbachers Kueche ist die bessere Gastronomie im Taunus (Wiesbaden und Frankfurt ausgenommen) eine Pommesbraterei!
Fuer hervorragende Leistung nicht weniger als 5 von 5 Punkten!
Sonntag, 3. Januar 2010
Landsteiner Muehle - Weilrod
Ach ja, die Landsteiner Muehle! Wer wie wir in der kulinarischen Diaspora des Taunus lebt, der weiss wirklich ein Juwel wie die Landsteiner Mühle zu schätzen!
In einem malerischen Tal in einem alten Mühlhaus gelegen und stilsicher in dessen Architektur integriert, ist die Landsteiner Mühle einer der wirklich wenigen Lichtblicke einigermassen zivilisierten Kochens zwischen Limburg und Wiesbaden. Das Team um Mühlenwirt Michael Stöckl und Küchenchef Mathias Reiter kredenzt hier neben einer beeindruckenden Auswahl von Apfelweinen intelligent ersonnenes rund um den Apfel, kombiniert mit einer Auswahl unterhaltsamer Ereignisse.
Probiert haben wir vieles (Hutzel-Reh, Taunus-Lachs, Ente gut alles gut und verschiedene Vor- und Nachspeisen) und wurden nie enttåuscht!
Ordentlicher Service und ernstzunehmende Küche, die ihren Preis hat, für den man allerdings auch viel Gegenleistung bekommt.
Man fragt sich allerdings warum im Taunus nicht auch anderswo so ambitioniert, intelligent und professionell gekocht wird wie hier?
Die Landsteiner Mühle hat uns jedenfalls ein wenig mit dem Kochen im Taunus versöhnt!
Von uns 4 von 5 Punkten
Nachsatz im Sommer 2010: Die Mühle scheint ein wenig von der Wirtschaftkrise betroffen zu sein. Man wird lustloser, die Speisen fader und durchgekochter, irgendwie fehlt der Biss. Was ist los?
Wir reduzieren die Punkte auf 3 von 5 bis das wieder besser wird!
Nachsatz im Sommer 2010: Die Mühle scheint ein wenig von der Wirtschaftkrise betroffen zu sein. Man wird lustloser, die Speisen fader und durchgekochter, irgendwie fehlt der Biss. Was ist los?
Wir reduzieren die Punkte auf 3 von 5 bis das wieder besser wird!
Banyan Garden - Bad Camberg
Das Banyan Garden in Bad Camberg bietet Europäisierte Chinesische Kueche zentral gelegen an der Frankfurter Strasse (60) von Bad Camberg.
Das Restaurant wird im kleinen Familienkreis betrieben und zeichnet sich als besonderes Markenzeichen mit einem allabendlichen reichhaltigen Buffet aus, für den sehr moderaten Preis von 13.50 EUR.
Da wir lange Zeit in Asien gelebt haben sind wir mit den lokalen Köstlichkeiten halbwegs vertraut, von Dou-Miau und Kai-Lan zu wirklich frischem Meeresfisch. Im Vergleich dazu ist das Banyan Garden sehr auf die lokale Kundschaft abgestimmt mit süss-saurem Schweinefleisch und Tintenfischringen (muss das sein?), aber das ist wohl überall so.
Generell gibt man sich sehr grosse Mühe den Gast zu bewirten und das Resultat ist, gemessen am Preis, ganz ausgezeichnet.
Man wird wohl keine kulinarischen Höhenflüge erwarten, das Restaurant ist sauber und gepflegt (kann man mal was am Gebäudeeingang machen?) und man erhält eine ehrliche, einfache Küche fuer sein Geld. Besonders zu empfehlen ist die knusprige Ente!
Von uns 2 von 5 Punkten!
Freitag, 27. November 2009
Zur Altstadt - Die Kartoffelküche
In einem Seitengässchen des historischen Stadtkerns von Idstein gelegen, findet man nach einigem Suchen dieses kleine Restaurant, welches sich auf dutzende von Variationen diverser Kartoffelgerichte spezialisiert hat. Kartoffelpizza, Bratkartoffeln, Kartoffelaufläufe, Kartoffelsuppen, Pommes frites, Kartoffelgratin, Ofenkartoffeln, Kartoffelpuffer und Pellkartoffeln.
Interessanterweise gibt es bei diesem Angebot nur wenige Gerichte ohne Fleischkomponenten die für einen Vegetarier geeignet wären. Preise sind sehr gemäßigt, das teuerste Gericht des Hauses (Filetsteak) liegt bei 14.50 EUR.
Wir entschieden uns fuer eine passierte Kartoffelsuppe mit Spinat, Nordseekrabben und Sahnehaube zur Vorspeise sowie einen Kartoffelauflauf und ein Schnitzel mit Bratkartoffeln als Hauptgericht.
Die Kartoffelsuppe war wie erwartet herzhaft, saemig und einfach. Der Auflauf setzte die Reihe fort, sehr herzhaft zubereitet, hinterliess er jedoch keine bleibenden Erinnerungen. Das Schnitzel ebenfalls sehr frisch und die Bratkartoffeln kross wie erwartet, beide Gerichte haette man jedoch mit wenig Aufwand und etwas mehr Ambition in der Kueche zu kleinen Schmankerln aufwerten koennen, die dem Gast schon eine Freude aufs Wiederkommen ins Herz legen.
Wir verlassen die Kartoffelkueche mit gemischten Gefuehlen. Guter Service, ordentliches Bier, ehrliche, bodenstaendige Kueche haben uns gefallen, was fehlte, war ein wenig Ambition in der Kueche. Aber vielleicht weiss der Idsteiner Gast ja solche nicht zu wuerdigen? Von uns 2 von 5 Punkten mit dem Potential für erheblich mehr!
Idsteiner Brauhaus "Alte Feuerwache"
Das rustikale Idsteiner Brauhaus liegt etwas versteckt aber gut zugänglich von der bezaubernden historischen Altstadt von Idstein. Aus gut sichtbaren kupfernen Braukesseln kredenzt man ein wohlschmeckendes und bodenständiges dunkles wie helles Bier. Die Speisekarte wirkt dann auch wie eine Begleitung zum Bier, die Prioritäten sind klar gesteckt. Sicherlich wird man hier keine kulinarische Hochkultur erwarten und auch nicht bekommen.
Wir hatten bei verschiedenen Besuchen die Weisswuerstchen, ein Schweineschnitzel sowie Salate probiert und wurden nicht enttäuscht.
Sicherlich wuerde den Weisswürstchen gut zu Gesicht stehen dieselben nicht mit Senf aus Plastiktütchen zu servieren, was unfreiwillige Assoziationen mit einem Imbiss hervorruft und auch das Schnitzel koennte etwas dünner angerichtet werden (lernt man sowas heute noch als Koch?). Die Salate sind frisch, allerdings auch sehr bodenständig, vielleicht koennte man hier gelegentlich ein Experiment mit Rucola oder Feldsalat wagen?
Alles in allem ist das Brauhaus durchaus zu empfehlen, der Service ist freundlich, wenn auch gelegentlich etwas ruppig, aber das gehört wohl zum Charakter dazu. Von uns 2 von 5 Punkten.
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